Körperarbeit und Spirituelles Aufwachen

Seit fast zwei Jahrzehnten ist meine Arbeit geprägt von der unerschütterlichen Haltung, dass der Mensch gut ist.

 

Es ist eine tiefe Ahnung in jedem Menschen, dass wir schöpferische und gottesgleiche Wesen ohne Begrenzung sind. Das höchste Ziel des Menschseins ist, diese Ahnung eine Gewissheit sein zu lassen und in diesem Sinne das Leben zu gestalten.

 

Manche nennen das „der eigenen Berufung folgen“, „aus dem Kern heraus leben“, „in der Hingabe an das Leben sein“ oder „spirituell aufgewacht sein“. All das meint im Grunde das gleiche, nämlich sich der eigenen uneingeschränkten Schöpferkraft gewiss zu sein und Vertrauen ins Leben zu haben.

 

Es sind Erfahrungen von Schmerz, Enttäuschung und Begrenzung, die uns daran hindern, zu erkennen über wie viel Macht wir verfügen. Sie führen zu Verspannungen und Kontraktionen auf der körperlichen und geistigen Ebene und blockieren unseren freien Ausdruck. Verspannungen haben einzig den Zweck, die Gefühle, welche mit vergangenen Erfahrungen verbunden sind, zu unterdrücken, weil wir glauben, sie nicht aushalten zu können. Es scheint uns sicherer, besser und klüger, an der Verspannung festzuhalten, statt sie loszulassen und die Gefühle zu fühlen, vor denen wir uns so fürchten. Auch wenn das einen hohen Preis hat.

 

Irgendwann glauben wir, dass wir diese Verspannungen sind. Denn es entwickeln sich daraus Verhaltensmuster, Überzeugungen, ein Charakter, Lebensziele, eine bestimmte Art zu Denken und zu urteilen, Körperhaltungen, Kommunikationsmuster, Gewohnheiten. Sogar die Berufswahl und die Wahl des Partners sind davon betroffen. All das fühlt sich so überzeugend echt an, dass wir glauben, das zu Sein.  

 

Wir bauen daraus eine Identifikation auf. Mit der Identifikation einher geht ein Gefühl des Getrennt Seins von anderen. Wir glauben, dass wir SO sind und andere ANDRES sind. Diese Trennung, bzw. dieses Gefühl von Getrenntsein bringt viel Leid mit sich, wenn wir glauben, dass wir uns vor bestimmten Menschen, Dingen oder Umständen schützen oder umgekehrt sie an uns binden müssen. Daraus entsteht ein Verhalten, das neuen Schmerz und Enttäuschung verursacht. In Form von Streit, Anhaftung, Gewalt, Besitzanspruch, Neid, Gier, falscher Rücksichtnahme, Verrat oder Egoismus halten wir die Kette von Getrenntsein aufrecht; verfolgt es doch immer nur den Zweck, das eigene ICH (die Identifikation) abzusichern.

 

Was aber, wenn wir erkennen, dass es dieses Ich gar nicht gibt? Dass es lediglich eine Konstruktion aus nichtgefühlten Gefühlen ist und letztlich auf Angst gebaut ist? Was, wenn wir erkennen, dass die Vergangenheit vorbei ist und wir uns jeden Moment neu erfahren können? Was, wenn wir der Sehnsucht Raum geben, die weiß, dass es keine Begrenzung gibt und dass es nichts zu verteidigen gibt, weil da nichts ist, was verteidigt werden muss?  

 

Dann bröselt die Identifikation zusammen und wir spüren abgrundtiefe, existentiellste Angst.

Das ICH begehrt auf und warnt dringlich vor allen möglichen Gefahren. Panik bricht aus - das ist nicht übertrieben!

 

Es gibt etwas hinter dieser Identifikation.

Etwas, das die Begrenzung realisiert und danach strebt, sie zu überwinden. Viele Menschen kennen das als Sehnsucht nach „irgendetwas“, was sie oft nicht so genau benennen können.

Und so schwanken viele hin und her zwischen Sehnsucht und Ich-Identifikation.

Oft ein Leben lang.

 

In unserer Welt lebt es sich in der Identifikation oft recht gut. Wir können uns einrichten, etablieren, absichern. Fühlen uns damit erwachsen. Der Preis ist, die Sehnsucht zu ignorieren. Und der Preis dafür ist wiederum, dass wir Kraft aufwenden, die Sehnsucht „in Schach“ zu halten. Und darüber wiederum können Krankheiten aller Art entstehen.

 

Ich begegne immer mehr Menschen, die nicht mehr dazu bereit sind, ihre Sehnsucht zu ignorieren. Und ich begrüße das, denn diese Menschen bewegen sich auf dem Weg ins spirituelle Aufwachen.

 

Die oft chronisch gewordenen Verspannungen aufzulösen, die darin gebundene Energie freizusetzen und die Gefühle, die von der Verspannung festgehalten wurden zu fühlen und auszudrücken - das ist Körperarbeit.

 

Es ist so, dass wir den Weg unseres Lebens ganz zurück gehen zur Quelle unseres wahren Seins als Mensch. Das ist ein lohnender und gleichermaßen herausfordernder Weg. Denn die Angst, die auftaucht, wenn die Identifikation Stück für Stück zusammen bröselt, treibt oft tückische Blüten. Tausende von „wenn“ und „aber“ fliegen uns um die Ohren und ins Herz!

 

Meiner persönlichen Erfahrung nach geht es nicht ohne Unterstützung von Menschen, die den Weg bereits gegangen sind. Ich dürfte das erfahren und bin dafür sehr dankbar!

Ebenso ermutigend und geduldig wie meine Lehrer es für mich waren, ermutige ich Dich, der Angst vor Deinen Gefühlen zu begegnen. Darin besteht meine Berufung und das biete ich Dir an.

 

Meine Arbeit habe ich nie als Dienstleistung verstanden. Viel mehr stelle ich mich neben meine Klienten und versuche, aus ihrem Blickwinkel heraus zu verstehen und mitzufühlen, was sie geprägt hat. Und dann helfe ich dabei, die jeweils nächste Tür zu finden und zu öffnen.

 

Der Körper und damit das Fühlen und Denken können lernen, sich endlich wieder zu entspannen. Die für mich beste Methode, um die Ich-Identifikation grundlegend aufzugeben, ist deshalb die Körperarbeit. Körperarbeit ist kreativ, unmittelbar, intuitiv und entdeckt jede Schwindelei vor uns selbst.

 

Der Körper strebt immer danach, Bedürfnisse des wahren Selbst auszudrücken, was unser von Mustern geprägter Verstand oft nicht (mehr) vermag. Darauf können wir uns in der Körperarbeit verlassen! Deshalb ist sie nach meiner Erfahrung das sinnvollste Werkzeug, um den Ängsten zu begegnen, die auf dem Weg in die Entspannug und ist spirituelle Aufwachen unweigerlich auftauchen werden.

 

Menschen, die mit mir arbeiten wollen, wissen oft nicht so recht, wobei ich ihnen helfen soll. Und ich finde das ganz normal. Wieso sollte man auch wissen, dass ein bestimmter Konflikt im Leben immer wieder auftaucht oder dass eine Krankheit eine bestimmte Botschaft bereithält oder dass es die Sehnsucht ist, die so ein Unbehagen verursacht. Gemeinsam decken wir das und Ähnliches auf. Darin sind die Erfolge meist recht schnell garantiert und damit ist die Arbeit für viele auch erfolgreich beendet.  

 

Doch ich gehe den Weg mit meinen Klienten weiter, sofern sie das wollen. Denn meine Arbeit zielt in letzter Konsequenz auf das spirituelle Aufwachen.

 

Ich arbeite mit Dir sensibel und kompetent.

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© Skan-Körperarbeit Karlsruhe, Johanna Baumann

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